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selbst zu machen gewohnt sind, darum entschloß ichmich zu dieser Selbst-Kritik und Rechenschaft über meinVerfahren. So weit und nicht weiter reicht meineeigennützige Absicht. Verdient sie gleich kein Lob, soverdient sie doch auch keinen Tadel.
Weit stärker aber reizte mich doch noch eine andere,die auf Dank Anspruch machen darf, wenn gleich meineKräfte nicht hinlänglich seyn sollten, sic zu erreichen.Ich wünsche, einen nützlichen und wichtigen Zweig derpoetischen Kritik ausführlicher zu bearbeiten, als in ir-gend einer unserer kritischen Zeit- und Lchrschriftcnbisher geschehen ist, nämlich die Kritik des Kleinen undEinzelnen in Ansehung der Diktion, des Verses unddes Reimes zum Behuf einer künftigen Deutschenpoetischen Grammatik, die noch nirgends in gehörigerVollständigkeit vorhanden ist. Woher mag wohl derfast allgemeine und überwiegende Hang der Philosophenund Kunstlichter rühren, nur immer über den ästheti-schen Stoff, z. B. des Schönen, des Erhabenen, desNaiven, des Rührenden, des Lächerlichen, u. s. w.zu vernünfteln? Wenn darüber scharfsinnig, bestimmtund deutlich philosophirt wird, so hat das freilich alsGeistes-Motion seinen guten Nutzen, allein für dieKunst und deren Ausübung wird wenig oder nichtsdadurch gewonnen. Denn alle jene Gefühle könnendem Künstler und Kunstbeurtheilcr durch keine Dog-matik eingeflößt, ja es können auch nicht einmal dieschon vorhandenen dadurch ausgebildet werden. Doch,dem sey, wie ihm wolle. Warum wird denn dabeidie Lehre von der Form, wobei eigentlich und vornam-