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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
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neuen Künstler sein Geschäft verleiden kann. Denndiese hat gemeiniglich irgend ein ästhetisches Koch- undSchmeckebuch gelesen, und versteht nichts anders zukochen und zu schmecken, als was ihr vorgekocht undvorgeschmeckt, und versteht es auch unter allen Um-ständen auf keine andere Weise zu kochen und zuschmecken, als wie cs ihr vorgekocht und vorgeschmecktworden ist. Von dem Horazischen ä«8c:ripta8 sorvarevieos oporumHuo colores versteht sie eben so wenig,als sie von dem wichtigen und wahren Ausspruche desgroßen Römischen Kunstrichters Quinctilian: Omina

vorba 8uut alioudi optima, etwas weiß. Sie beur-theilt eine Ballade, wie eine Nachtfeier, und eine Nacht-fcier wie eine Ballade; sie gimpclt und piept nachSchönheit, wenn es auf Schärfe, Kraft und Machtund Drang durch Mark und Bein ankommt; und dawo reine, schlichte Form Alles ausmacht, die piept sienach Schminke und Kräuselei. Der im Kampfe be-griffene Athlet soll die Bewegungen des Menuett-Tänzers,und der Menuett-Tänzer oft wieder die Schnörkel desGauklers machen. Nirgends versteht sie sich auf das:8eck nun« non erat Ine Ioeu8.

Das Schlimmste ist, wenn diese Geschmacksgimpeleimit der Miene der Ehrlichkeit, der Bescheidenheit, derWohlmeinung, u. s. w. auftritt, ja sogar wirklich ehr-lich, bescheiden und wohlmeinend, wiewohl aus Geistes-schwäche gemeiniglich zugleich etwas überweise ist, sodaß sie, wenn sie ihre Armseligkeiten hergepiept hat,mit der seligsten Selbstgenügsamkeit von dem kritischenTribunale herunter steigt, Denn was soll man mit