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lichkeit bloßer Veränderungen von gleichem Werthe mitden vorigen Lesearten, die ebenfalls auf kein Glück, javielleicht gar auf gleiche Verwerfung mit den offenbarenVerschlimmerungen rechnen dürften, weil sie dem Leserdie unnöthige und zwangvolle Mühe verursachen, desAlten sich zu entschlagen, und etwas Neues in das Ge-dächtniß zu fassen, welches gleichwohl nicht besser ist,mithin jene Mühe nicht belohnet. Dieser Umstand istsogar Schuld, daß auch die wahren und unwidersprech-lichen Verbesserungen sehr oft, wenn nicht mit entschie-denem Unwillen, doch wenigstens nicht mit demjenigenWohlbehagen ausgenommen werden, welches sich ihrUrheber versprach, und billig versprechen durfte.
Diese unglückliche Erscheinung tritt noch näher, wennsich außer der natürlichen Trägheit, auch noch die ebenso natürliche Eigenliebe der Menschen mit in das Spielmischt. Dadurch, daß sie einem Gedichte einmal ihrenvollen Beifall geschenkt, daß sie es unvermerkt aus-wendig gelernt, und auf diese Weise ihrem Geiste an-geeignet haben, kommt es mit ihnen nach und nachdahin, daß sie cs gleichsam für Geist von ihrem Geistehalten, worin sie einen Theil ihres Selbst mit lieben,und welchem irgend ein Leid zuzusügen, von ihnen fasteben so hoch ausgenommen wird, als ob es ihnen un-mittelbar selbst widerführe. — So können auch fremde,nur angenommene und erzogene Kinder endlich eine Zu-neigung erwecken, die derjenigen gleich kommt, welchedie Natur den Herzen leiblicher Aeltern einflößt; undes gehört schon viel Unbefangenheit, Geistesstärke undSelbstverläugnung dazu, solche angenommenen Kinder