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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
271
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Es thate Noth, daß das Meiste, was in diesemAbschnitte von der Richtigkeit des Reimes gesagt wor-den ist, Tag für Tag durch ein Sprachrohr nach allenzwei und dreißig Winden hin sowohl den DeutschenDichtern, als auch den Dichter- und Reimerlingen zu-gerufen würde. Wie? auch den Dichtern? Jawohl! Es ärgert weit mehr, wenn ein so guter Dich-ter, als z. B. Blum auer, ein so nachlässiger Rei-mer, als wenn der ausgemachte Dichterling zugleichauch ein Reimerling ist. Ich stachle hiermit Blu-mauern vorsätzlich eben deßwegen, weil er mir alsDichter so werth ist, damit er sich aufmache, undseinem Landsmanne Alxinger in dem rühmlichen Be-streben nach Hochdeutscher Correctheit nachahme. Infünfzig oder hundert Jahren sind ohnehin wir, die wirjetzt leben, nicht correct mehr; noch weniger werdenwir's seyn, wenn wir es nicht einmal für unsere Zeit-genossen zu seyn streben. Dem Dichter, der seineKunst, seine Leser und sich selbst ehrt und liebt, wieer soll, ist auch das Kleinste keine Kleinigkeit.

2. Vom Wohlklange.

Reime sind wohlklingend, wenn sie leicht undangenehm auszusprechen, und leicht und angenehm an-zuhören sind. Demnach beruhet der Wohlklang unge-fähr auf folgenden Stücken.

I. Auf der Richtigkeit. Reime, die nicht richtigsind, können auch unmöglich wohlklingend seyn.

II. Reime von einfachen oder verdoppelten gleichen