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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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man sie wohl, wenn nicht völlig richtige, dochwenigstens verzeihliche Reime nennen, zu denennaseweise Kunstrichter wenigstens zu schweigen haben.Dennoch wird ein Dichter von feinem Ohre, zumalin denjenigen lyrischen Gedichten, worin es auf höchsteCorrectheit angesehen ist, sich erst nach allen Seitenhin drehen und wenden, und nur dann nach solchenReimen greifen, wann gar kein Ausweg mehr vor-handen zu seyn scheinet.

Wegen unserer Armuth an Reimen hörte ich schonmanches Mal mündlich den Vorschlag thun, die auchin Rücksicht aus Consonanten blos ähnlich klingen-den Reimwörtcr gut zu heißen. Z. B.

Ich danke Gott mit Saitenspiel,

Daß ich kein König worden;

Ich war' geschmeichelt worden viel,

Und war' vielleicht verdorben.

Allein, wenn man solche Reime auch dem BotenAsmus gut heißt, so würde man's doch schwerlichseinem Vetter Claudius, dem Homwe cko leltres,thun. Der lilommo cko lotlres wird sich auch wohlhüten, wie der Bote zu dichten und zu reimen. Sodichtet, redet, versisicirt und reimt auch Bürger,als Professor Bürger, ganz anders, als wenner den Minstrel macht, wiewohl er als dieser keinenbesondern Namen führt. Das begreifen aber wedermanche Nachahmer, noch manche klügelnden Kunst-richter; und doch wäre es, dächte ich, so leicht zu be-greifen.