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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
261
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Ränder des Gaumens, dergestalt, daß der Laut überdie Zunge, die, wie mir's vorkommt, eine Mittelrinnebildet, nicht mehr gehaucht, sondern vielmehr herausgepfiffen wird. Auch dieser Laut ist entweder gelindeund einfach, wie in siech, sieche, oder scharf undgedoppelt, wie in Stich, Stiche. Von dem j un-terscheidet sich derselbe durch nichts, als durch den stär-kern Druck der Organe, die bei Hervorbringung bei-der Laute eine völlig gleiche Lage annehmen.

Jenen beiden verschiedenen Lauten des ch, dem ge-hauchten und dem gepfiffenen, weiß ich keineschicklicheren Namen zu geben, als wenn ich jenen denAchlaut, diesen aber den Ichlaut nenne. DerUnterschied zeigt sich nie merklicher, als wenn Aus-länder unsere Sprache lernen sollen. Den Achlautlernen sie ohne Schwierigkeit; den Ichlaut hingegenoft in ihrem ganzen noch so langen Leben nicht mitder dem Hochdeutschen eigenthümlichen Delicatesse aus-sprechen. Sie sprechen ihn entweder wie ein k, oderwie g, oder auch wie ch in Ach aus, welches Letztereauch, wenn ich nicht irre, manche Provinzen, z. B.Westphalen, thun.

Eben dieser Unterschied des Ach- und Ichlauteswird auch beobachtet, wenn a, o, u, oder ä, e, i, ö,ü darauf folgen. China wird mit dem Ichlaute;Chaos aber am liebsten mit dem Achlaute ausge-sprochen. Daß übrigens ch vor einem s in einer undeben derselben Sylbe wie k, und also der Dachs, dasWachs, wie Daks, Waks ausgesprochen werden,hat seine völlige Hochdeutsche Richtigkeit, wie auch