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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
260
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Adelung, hierüber entweder nicht recht verstehe, oderselbige mir Unrecht zu haben scheinen. Mir, der ich imFürstenthum Halberstadt, und also auf der Grenze vonObersachsen, der Heimath der neuern HochdeutschenMundart, geboren, an die acht Jahre in Ober-Sachsenzu Halle erzogen worden bin, nachher aber über zwan-zig Jahre unter gut Hochdeutsch redenden Menschen inund um GLttingen gelebt habe, und also echte Hoch-deutsche Aussprache so wohl in den Ohren, als in demMunde haben kann, mir scheint es, daß jene Her-ren die Aussprache dieser beiden Laute, wenn nichtunrichtig, dennoch unbestimmt in ihren grammatischenSchriften angeben.

Was zuvörderst das ch betrifft, so nehme ich jetztzum ersten Male, da ich genauer nachsehe, mit Ver-wunderung wahr, daß Adelung zwei auffallend ver-schiedene Aussprachen desselben auch nicht mit einerSylbe bemerket. Ich meine die Verschiedenheiten nacha, o, u, und nach a, e, i, ö, ü. Man nehme z. B.die Wörter Ach und Ich. Dort wird der Laut hin-ten im Munde durch Erhebung des hintern Theilsder Zunge nach dem Gaumen, und durch Herabsen-kung und Zurückziehung der Spitze gebildet. Diesen kannman mit Adelung den stärksten Hauchlaut nen-nen, der entweder gelinde und einfach, wie in sprach,oder scharf und gedoppelt, wie in Sache, lautet.Davon ist aber der Laut des ch in Ich gänzlich ver-schieden. Diesen weiß ich nicht anders zu bilden, alsdurch Anlegung der vordem Seitcnränder der Zungehalb an die vordem Backenzähne, und halb an die