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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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doch der Dichter reimen, oder nicht reimen! Wenn eraber reimen will, so vernimmt er ja wohl gern voneinem alten Reimer, wie man billig reimen soll,allenfalls auch darf.

Wenn gleich dieser Gegenstand nicht eben einer derwichtigsten in der Poetik ist, so verbietet doch das Ge-setz der höchst möglichen Vollkommenheit, auch Kleinig-keiten zu vernachlässigen. Kommen dergleichen Vernach-lässigungen öfter vor, so summiren sie sich am Endedoch, und geben ein beträchtlich unangenehmes Deficitan der Rechnung der Vollkommenheit.

Künstler und Kunstrichter von echtem Berufe bedür-fen zwar eines solchen Unterrichtes nicht; allein diesist auch vielleicht der Fall mit der ganzen Aesthetik.Wer kann und mag es aber allen Unberufenen wehren,sich mit Reimen und Reimbeurtheilungen abzugeben?Diesen kurz und gut zu sagen, worauf es eigentlichankommt, kann doch wohl nicht schaden, damit unserOhr künftig von den Reimern etwas weniger gequält,und unsere gesunde Urtheilskraft durch falsche Kritikennicht so sehr geärgert werde. Mit der möglichsten Güteund Kürze will ich das Kleinliche meiner Theorie gutzu machen suchen.

Der Reim ist Uebereinklang verschiedener Wörter,welche zwei oder mehrere auf einander sich beziehendeVerse beschließen.

Seine Vollkommenheiten sind Richtigkeit,Wohlklang, und Harmonie mit dem Inhalte.