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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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Zm Grunde aber ist dieses blos seinem eigenen Willengehorsam. Wenn Beide hernach am Ziele sind, so be-schäftigt sie allzu sehr das Vergnügen glücklicher Er-reichung, als daß sie sich da noch über ihre zweierleiBeweggründe entzweien sollten.

Könnte dies nicht gerade hier auch der Fall seyn?Allerdings! Das Genie des Timanthes könnte nachganz andern, entweder klar und deutlich gedachten, oderdunkel empfundenen Absichten also gehandelt haben.Aber wie kommen wir darüber zur Gewißheit? AlleVersuche dürften vielleicht vergeblich seyn, wenn wir siedem Timanthes nicht selbst abfragen könnten. Nunist aber Timanthes längst todt; war auch vermuth-lich längst todt, als die Kunstrichter des Alterthumsüber sein Werk rasonnirten. Das Beste hierbei ist,daß cs eben nicht groß daraus ankommt, welche Hypo-these sich in f-rvto bestätige. Uns kann genug seyn, zuwissen, daß Timanthes ein Kunstwerk aufstellte, undgewisse Theile desselben in einen Schleier verhüllte, wel-cher seine gute Wirkung that. Was liegt uns daran,sein besonderes Warum zu wissen? Wir können dessenungeachtet noch allerlei Fragen bei der Betrachtung desWerkes selbst thun. Und wenn wir die rechte Antwortdarauf finden, so könnte vielleicht unsere Speculationfür andere Künstler, die sich des Schleiers bedienenwollten, nicht ganz ohne Nutzen seyn. Wenn wir fra-gen: Was wirkt ein solcher Schleier? Warum wirkter also? In welchen Fällen und in welcher Maße kannoder soll sich ein mit weiser Besonnenheit verfahrenderMeister so wohl der bildenden, als redenden Kunst des-