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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
224
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theilen, ob er die meisten Stimmen für sein Werkhaben werde.

Wo es der Chinesischen Mahlerei fehlt, ist bekannt.Das muß man aber nicht, wie gewöhnlich. ChinesischeGeschmacklosigkeit, sondern Chinesischen Unver-stand nennen.

Wenn sich ein einfältiges Frauenzimmer mahlenläßt, und den Künstler bittet, nicht so viel Schwarzesin ihr Gesicht zu mahlen, so fehlt es ihr nicht anGeschmacke im Zufälligen, sondern an dem luäieio«üseretivo im Wesentlichen. Sie hat nie auf dieWirkung von Licht und Schatten in der Natur Achtgehabt. Sie weiß keine Vergleichung zwischen Urbildund Nachbild anzustellen, und weder Harmonie, nochDisharmonie zu beurtheilen.

Alle Bildnerei ist in der Endwurzel nichts an-ders, als Darstellung des Urgegenstand es.Die Verschiedenheit des Stoffes, womit dargestellt wird,theilt hernach den Stamm in verschiedene Zweige. Sowird aus Darstellung mit Farben Mahl er ei, ausder mit Tonlauten Musik, und aus der mit Wort-lauten Poesie. Mein Blick ist hier blos auf denletzten Zweig geheftet.

Aus jenem Wurzelsatze entspringen nur zwei Fra-gen: Was? und wie soll dargestellt werden? DieAntwort darauf umfaßt die ganze Poetik, und kannnur kurz seyn. Wahrlich, es war nicht nöthig, seitAristoteles so viele dicke Bücher darüber zu schreiben.