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Sprach-Pedanterei, einer der vernünftigsten und weit-reichendsten Analogieen, so wohl unserer, als jederandern Sprache zuwider, seit Jahrhunderten entrissenund vorenthalten hat. Denn hundert Jahre Unrechtist nicht eine Stunde Recht. Zwar ist es kaum derMühe werth, mit demjenigen zu hadern, der den-noch steif und fest auf seinem: „lehre mich diesenKunstgriff," das heißt richtig übersetzt: „belehre mich,der ich dieser Kunstgriff bin," zu halten geneigt bleibt»Es ist indessen schon genug, wenn diese Anmerkungnur so viel bewirkt, daß die unwissende Weisheit künf-tig kein Hohngeschrei darüber erhebe, wenn ein echterDeutscher, stärker von der allgemeinen vernünftigenAnalogie, als von der grundlosen Ausnahme angezo-gen, auch, „lehre mir diesen Kunstgriff" spricht undschreibet. Der Zug hierher ist und bleibt, trotz Allem,was uns die Schulmeister hierüber cinschärftcn, immerso mächtig, daß, wenn nur diesen erst das Maul ge-stopft ist, vielleicht in der nächsten Generation keinMensch mehr, als höchstens ein Poet um des Reimeswillen, noch „lehre mich" sagen wird.
-1. Von der Popularität der Porste *).
Das Deutsche Wort Dichtkunst entspricht demGriechischen Poesie keinesweges. Richtiger wäre es
') Aus der Handschrift.