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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
209
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SOS

seiner Rhythmen und Reime wirkt auf meine Empfin-dung beinahe eben so, als eine von einem schönen, an-muthigen, bescheidenen jungen Paare schön und mitbescheidener Anmuth getanzte kleine Menuett, und indieser Stimmung halte ich es für sehr wahr, wasBoileau sagt:

Hu souuet 8UU8 liokaut vaut 8eul un 1on§ poöme.

Es ist aber, glaube ich, nicht allein alsdann gut,wann seine mechanischen Regeln, die nach Boileau *)Apoll aus Bizarrerie für dasselbe erfunden und fest-gesetzt haben soll, auf das genaueste beobachtet werden,wiewohl man, pour pou88or au bout tou8 I«8 ri-in6ur8, und um die Unberufenen abzuwehren, wohlthut, dieselben auf das genaueste beizubehalten. Son-dern vornämlich alsdann ist das Sonnett gut, wennsein Inhalt ein kleines, volles, wohl abgerundetesGanzes ist, das kein Glied merklich zu viel, oder zuwenig hat, dem der Ausdruck überall so glatt undfaltenlos, als möglich, anliegt, ohne jedoch im minde-sten die leichte Grazie seiner hin und her schwebendenFortbewegung zu hemmen. Es muß aus der Seele,es muß von Zunge und Lippen gleiten, glatt und blank,wie der Aal, welcher der Hand entschlüpfend auf dembethauten Grase sich hinschlangelt. Wenn man ver-suchte, das gute vollkommene Sonett in Prose aufzu-lösen, so müßte es einem schwer werden, eine Sylbe,ein Wort, einen Satz auszugeben, oder anders zu stellen,

°) ?oöti«iue. 6K. II. v. 83 soy.