Von der Muse der Romanze und Ballade ganzallein mag unser Volk noch einmal die allgemeine Lieb-lings-Epopöe aller Stände, von Pharao an, bis zumSohne der Magd hinter der Mühle, hoffen! Unbegreif-lich ist mir's daher, wie einige Leute diese Muse zueiner Aftcrmuse, oder zur Zofe einer von den neunPierinnen machen, und ihr kein anderes Instrument,als den Dudelsack, in die Hand geben mögen, da sicdoch das ganze unermeßliche Gebiet der Phantasie undEmpfindung unter sich hat, da sie es doch ist, die denRasenden Roland, die Feen-Königinn, Fingal und Te-mora, und — sollte man's glauben? — die Ilias undOdyssee gesungen hat? Wahrhaftig! Alle diese Ge-dichte waren den Völkern, welchen sie gesungen wur-den, nichts, als Balladen, Romanzen und Volkslieder.Eben daher erhielten sic den allgemeinen National-Beifall, der so vielen Leutlein unbegreiflich ist. UnsDeutschen sind sie freilich nicht mehr volksmäßig; aberwir sind auch nicht die Griechen, nicht die Italiener,nicht die Briten. Deutsche sind wir! Deutsche, dienicht Griechische, nicht Römische, nicht Allerweltsge-dichte in Deutscher Zunge, sondern in Deutscher ZungeDeutsche Gedichte, verdaulich und nährend für's ganzeVolk machen sollen. Ihr Dichter, die ihr ein solchesnicht geleistet habt, und daher wenig oder gar nichtgelesen werdet, klaget nicht ein kaltes und träges Pub-likum, sondern euch selbst an! Geb' uns Einer eingroßes National-Gedicht von jener Art, und wir wol-len's zu unscrm Taschenbuche machen. Steiget herabvon den Gipfeln eurer wolkigen Hochgelahrtheik, und
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