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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
174
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wollen so eben aufspringen und Lärmen machen.Liebe Leute, eure Theorei irret die Theorei der Naturganz und gar nicht. Die Natur, wenn ich nicht ge-waltig irre, weiset der Poesie das Gebiet der Phanta-sie und Empfindung, hcrgegcn das Reich des Verstan-des und Witzes einer andern Dame, der Versmacher-kunst, an. Jede soll sich vornämlich auf ihrem ange-wiesenen Grund und Boden hcrumtummcln. Dochwill sie beide keincsweges gänzlich trennen, und Haderunter ihnen stiften. Sie mögen, als verträgliche Nach-barinnen, neben einander Hausen; mögen sich auch wohlhier und da freundnachbarlich an Hand gehen; mögeneinander Schüssel, Topf, Besen und Elle borgen;mögen endlich auch einerlei Sprache, die nur gleichsamim Dialect sich unterscheidet, reden! Im Grunde aberbleiben sie doch von einander gesondert. Durch dieseGrcnztheilung soll die Versmachcrkunst an ihren Ehrenund Würden im geringsten nicht gekränkt sepn. Sicmag eine artige Frau, und ihr Reich ein schönes Reichscyn. Welche von Beiden aber den Vortritt habe, undzu haben verdiene? wäre unpolitisch zu entscheiden, dadie Mitglieder beider Staaten bis hierher öfters sohübsch friedlich und schiedlich hinüber und herüber zulustwandeln pflegten. Immer bleib' es auch künftigbei dieser Weise.

Mit den Angelegenheiten der Versmacherkunst Hab'ich hier nichts zu schaffen. Mir liegt das Wohl undWehe der Poesie am Herzen. Ihre Pcoductc wünscht'ich insgesammt volksmäßig zu machen. Zunächst ist hier-von der lyrischen und cpischlyrischcn Gattung die Rede.