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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
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Da meinen sie nun, verbieten zu können, daß das Ko-mische etwas Tragisches, und das Tragische etwas Ko-misches begleite, und bedenken nicht, wie sehr einem mitdem andern oft aufgeholfen werden könne. Hat nunerst einmal ein Junker solch Sprüchlein auswendig ge-lernt, so spricht er darnach frisch vom Munde weg,ohne das Gefühl der Natur zu Rathe zu ziehen. Frei-lich hat dies auch die leidige Theorei ersäuft. Alsomeinst du aber doch, Menschchen, daß die volle Lache,in einem und ebendemselben Nu, nicht manchmal ebenso durchschauen könne! als der grimmigste Blick desWütherichs? Ei, Lieber! wie, wenn der Teufel zudir träte, und dich bei voller Lache zum höllischen Tanzauffordertc? Dann würdest du ja wohl zum Teufelsagen: Dein Anstand ist komisch, und schickt sichnicht für diese tragische Situation! Oder würdest duverlegen seyn, wie du diesen Act nennen solltest? Nenn'ihn doch Tragikomödie!

Darum kenn' ich nur ein Spiel; und das heißtSchauspiel. Das ftp, wie es wolle! Nur gefalle esden Kindern der Natur.

II. Herzensausguß über Volks-Poesie.

Warum haben Apoll und seine Musen bloß aufdem Gipfel des Pindus ihr Wesen? Warum entzücktihr Gesang bloß die Ohren der Götter, oder der We-nigen, welche Athem und Kraft genug hatten, die stei-len Zinnen des Olymp zu erklettern? Sollten sie nichtherunter kommen und aus Erden wandeln, wie Apoll