95
Zweiter.
Wenn auch unser Leben. . .
Macbeth.
Euer Muth leuchtet aus euch hervor. Nun frischan's Werk! Diesen Abend noch muß es geschehen;aber etwas weit vom Schlosse. Denn ihr müßt immerdahin sehn, daß ich ohne Verdacht bleibe. Er ist aus-geritten, und muß in der Dämmerung durch den Thier-garten zurück kommen. Ihr werdet wissen, wo ihreuch am besten anzustellen habt. Um nichts halb zuthun, muß auch sein Sohn, der mit ihm ist, dasSchicksal dieser finstern Stunde theilen. Denn an dessenHinwegräumung ist mir nicht minder gelegen. Allesbleibt unter uns.
Beide.
Gut, gnädigster Herr. (Ab.)
Macbeth.
Das war richtig. — Banko, deine Seele ist ge-liefert. — Findet sie den Himmel, so findet sie ihndiese Nacht.
Fünfter Austritt.
Macbeth. Lady Macbeth.
Lady.
Wie steht's, Macbeth? Warum immer so allein? —Nichts ist gewonnen, Alles ist verloren, wenn am Zielunserer Wünsche nicht auch Ruhe ist. Für so einSchweben zwischen Angst und Vergnügen, wär' es jabesser, der Vertilgte als der Vertilger zu seyn. Werwollte wohl solche grämlichen Einbildungen beherbergen,