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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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Auch ich gedenke des Helden, rief der König deswaldigen Morven. Er verschlang die Schlacht in sei-nem Zorn. Doch nun erblickt ihn mein Auge nichtmehr. Ich traf ihn einst auf der Höh' mit bleicherWang' und finstrer Stirn. Oft seufzt' er vom Busenherauf, und schritt der Wüste zu. Nun fehlt er inmeiner Helden Gewühl, wann der Hall meiner Schildeerwacht. Wohnt er in dem engen Gemach *), derFürst des hohen Karmora?"

Kronnan, sprach Ullin, der Barde des Alterthums,beginne das Lied von Schilrik, als er heim auf seineBerge kam, und hin Vinvela war. Gelehnt an ihrengrau moosigen Stein, wähnte er, sie lebe noch. Holdwandelnd **) erblickte er sie auf der Aue; doch dieLichtgestalt zerschwand. Der Sonnenstrahl entglitt derFlur, und sie ward nicht weiter gcsehn. Vernehmtnun Schilriks Lied! Traurig ist cs, doch sanft."

Ich sitze am moosigen Quell, hoch auf dem Bergedes Sturmes. Ein einzelner Baum rauscht über mir.Dunkle Wogen rollen die Heide entlang. Empört istunten der See. Der Hirsch entsteiget dem Berge. KeinJager erscheint von fern. Mittag ist cs, doch Alles iststill umher. Einsam trauert mein Sinn. Möchtest

*) Im Grabe.

**) Der Unterschied, den die alten Schotten zwischen gutenund bösen Geistern machten, bestand darin, daß die ersten zu-weilen bei Tage an einsamen unbesuchten Oertern, die andernniemals, als bet Nacht und in düstern fürchterlichen Gegendenerschienen.