509
den Meim'gm, und gerieth an das Grab eines kürz-lich verstorbenen Menschen. Jählings sprang hierEiner aus dem Grabe hervor, und wollte mich festhal-ten. Ich aber schrie, und nahm die Flucht. DerMann war von fürchterlichem Ansehen, und hatt' eineschreckliche Stimme. Endlich, als der Tag anbrach,ließ er mich los, schlug mich aber vor die Brust,und sagte, hiermit hätt' er mir diese Krankheit ange-than. Seitdem Hub dieses Uebel bei mir an, welchesmich von Zeit zu Zeit befällt. Aber ich bitte dich, Herr,zürne deswegen nicht mit mir, denn ich bin unschuldigdaran. Du kannst mich ja wieder verkaufen, ohneetwas am Preise einzubüßen." Der Kuppler war zwarsehr verdrießlich hierüber; indessen ließ er's doch gutseyn, weil er sie für unschuldig an diesem Unfälle hielt.
Unterdessen, daß Anthia beim Kuppler krank lagund geheilt wurde, kam Abrokomas aus Sicilien nachMucerium in Italien. Weil es ihm nun hier an Le-bensunterhalt gebrach, und er nichts anzufangen wußte,so sucht' er zwar anfangs nach Anthien — denn fürsie lebt' er nur, und um ihretwillen schweift' er soumher — als er sie aber nicht fand, so gab er sichbei einigen Steinmetzen in Arbeit. Für ihn gewiß einsaures Gewerbe! denn sein Körper war nicht gewöhnt,sich harten Arbeiten zu unterziehen. Er bejammertedaher oft sein Schicksal. „Siehe, meine Anthia, seufzt'er, welch ein mühseliges Geschäft dein Abrokomas ver-richten muß! Au Sclavendiensten Hab' ich mich verdun-gen! Dennoch wollt' ich mich über alles das trösten,wenn ich nur hoffen könnte, dich wieder zu finden, und