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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Entstehung
Seite
508
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und durch die Räuber noch nicht elend genug? Muß ichauch noch zu so schändlicher Unzucht gezwungen wer-den? O Schönheit, die du mir mit Recht diese Be-schimpfungen zuziehst, warum muß ich dich so zur Un-zeit besitzen? Doch warum wehklag' ich? Warumsinn' ich nicht lieber auf einen Anschlag, meine bishierher ungekcankte Tugend zu retten?" So sprach

sie bei sich, und der Kuppler schleppte sie immerfort nach der Hurenbude, und rief ihr bald Muth,bald Drohungen zu. Als sie nun vor der Zelle feilstand, strömt' eine Menge von Bewunderern ihrerSchönheit herbei. Viele waren gleich fertig, den Preisder Wohllust zu erlegen. Als sie sich nun so in der äußer-sten Noch sah, ersann sie diese listige Ausflucht. Plötz-lich stürzte sie mit erschlafften Gliedern zu Boden, undahmte die Krankheit nach, welche man die Krankheitvon den Göttern nennet. Alle Gegenwärtigen gerie-then in Schauder und Mitleiden hierüber; bei jedemerstarb die Begierde zum Genüsse, und alle suchtenihr Hülfe zu leisten. Der Kuppler, als er diesen Un-fall vernahm, und glaubte, daß das Mädchen im Ernstekrank wäre, brachte sie nach Hause und in"s Bett,um sie wieder Herstellen zu lassen. Als sie nun wiederzu sich selbst gekommen zu seyn schien, fragt' er nachder Ursache dieser Krankheit.Herr, antwortete sieich wollte dir schon lange mein Unglück offenbaren;aber ich schämte mich, darum verschwieg ich's dir.Nun aber, da du Alles weißt, fällt mir das Geständ-niß leichter. Als ich noch ein Kind war, verirrt' ichmich einmal an einem Feste bei der Nachtfeier von