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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Entstehung
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Die Gcmahlinn des Polyidus hatt' es vorher er-fahren, daß ihr Gemahl eine Geliebte mit sich brachte.Da sie nun besorgte, Polyidus möcht' ihr diese Fremdevorziehen, so berathschlagte sie, wie sie sich an dieserStörcrinn ihres Ehefriedens rächen möchte; welchessie aber Alles dem Polyidus verschwieg. Dieser, alser dem Statthalter von seiner Ausführung Nachrichtertheilet, verwaltete seine Befehlshaberstelle nun immerweiter fort. Als er einst abwesend war, ließ Rhenäa,so hieß die Gemahlinn des Polyidus, Anthien, diemit ihr in eben dem Hause wohnte, vor sich bringen,riß ihr die Kleider herunter, und überhäufte sie mitSchlägen.Du Ruchlose, schrie sie, du Störerinnmeiner Ruhe, vergeblich sollst du dem Polyidus schöndünken! Nichts soll dir deine Gestalt nützen. Räubermagst du vielleicht besiegt, und mit versoffenen BubenSchande getrieben haben; aber Rhenäens Bett sollstdu nimmermehr schänden! Diese Freude laß dir ver-gehen!" So rief sie, und ließ ihr das Haar abscheeren,ließ ihr Ketten anlegen, und übergab sie einem ge-treuen Sclaven, mit Namen Klytus, der sie aus einSchiff bringen, und einem Kuppler nach Italien ver-kaufen sollte.Du bist ja so schön, rief sie ihr nach;dort kannst du deine unmäßige Lust büßen!" Klytusführte Anthien fort, welche in Thränen und Wehkla-gen ausbrach:O ihr verrätherischen Reize! O trau-rige Schönheit! Welchen Jammer bringt ihr übermich! Waren Grube, Mord, Ketten und Raub-gesindel noch nicht genug? Soll ich mich nun vor derHurenbude feil bieten? Soll mir ein Kuppler diese