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thous zum Geschenke sich ausbitten. Aber sie schlugihm Alles ab. Weder die Höhle, nach ihre Bande,noch die Drohungen des Räubers konnten ihr Herzbewegen. Sie blieb dem Abrokomas getreu, ob sie
ihn gleich längst für todt hielt, und rief öfters auswenn Niemand zugegen war: „Ewig will ich alleinmeines Abrokomas Gattinn heißen, wenn ich auchsterben, oder noch schmerzlicheres Elend erdulden müßte."Dieser Entschluß mußte nothwendig die Qualen desAnchialus vermehren, besonders da der tägliche An-blick dieses Mädchens immer heftiger seine Liebe ent-flammte.
Endlich da er seine Begierden nicht mehr bezähmenkonnte, nahm er sich vor, Anthien Gewalt anzuthun.Als nun einmal des Nachts Hippothous nicht gegen-wärtig, sondern mit den Andern auf den Raub auswar, griff er das Mädchen an und wollte sie schänden.Sie aber wußte sich in dieser äußersten Noth nicht an-ders zu helfen, als daß sie sein Schwert, so neben ihrlag, aus der Scheide riß, unö^dem Anchialus einentödtlichen Stoß damit versetzte. Denn indem er sieumfassen und küssen wollte, und sich ganz über sie hin-gebogen hatte, hielt sie ihm das Schwert vor, undrannt' cs ihm in die Brust. Anchialus empfing hiermitzwar den verdienten Lohn für seine schändlichen Begier-den, Anthien aber wurde dennoch wegen ihrer Thatgewaltig bange um's Herz. Aengstlich sann sie hin undher. Sollte sie sich umbringen? Das widerrieth ihrdie Hoffnung, ihren Geliebten vielleicht noch wieder zufinden. Sollte sie aus der Höhle entfliehen? Dies