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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Entstehung
Seite
483
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liche Gemahlinn!" Darauf wurde sie mit Kleidernund köstlichen Kleinodien ausgeschmückt. Weil Perilausihren Anblick nicht mehr aushalten konnte, so ließ ersie auf ein Tragebett legen, und mit Anbruch desMorgens nach den Gräbern vor die Stadt tragen.Denn man merkte kein Zeichen der Empfindung mehran ihr. Dort setzte man den Leichnam in ein Ge-wölbe bei, schlachtet' eine Menge von Opfern, undverbrannte viele Kleider und andere Kostbarkeiten.Nach vollbrachtem Leichenbegängniß wurde Perilausvon den Seinigen wieder zur Stadt begleitet, AnthiensLeichnam aber im Todtengewölbe zurück gelassen. DasGift des Eudoxus, welches nichts weniger, als tödt-lich, sondern nur ein Schlafmittel gewesen, ließ An-thien eine Zeit lang darnach gesund wieder erwachen.Als sie nun inne ward, daß der Arzt sie betrogenhatte, brach sie von neuen in Seufzer und Thränenaus:O betriegerisches Gift, rief sie, das mich dieerwünschte Reise zum Abrokomas nicht antreten las-sen! Also ist auch mein Verlangen nach dem Todegetäuschet? O wie unzuverlässig ist doch Alles! Aberdennoch will ich nunmehr in dieser Gruft bleiben undder Hunger soll das vollenden, was das Gift nichtwollte. Nimmer soll mich Jemand hier heraus holen,und nimmer will ich an das Licht der Sonne wiedertreten!" So sagte sie, und erwartete mit standhaftemMuth ihren Tod.

Inzwischen hatten einige Räuber erfahren, daß einreiches Mädchen begraben, und selbiger viel weiblicherSchmuck, an Gold, Silber und Edelsteinen angelegt