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Anlhia stellte sich, als ob eine Beklemmung des Her-zens ihr Durst erregte, und befahl einem Sclavcn,ihr einen Trunk Wassers zu holen. Der Sclave brachteden Becher; sie nahm ihn hin, und als Niemandgegenwärtig war, warf sie das Gift hinein. „O Abro-komas, rief sie nun weinend aus, o allerliebste Seele!Sieh, ich halte mein Versprechen; ich trete die Reifezu dir an, diese traurige, aber nothwcndige Reise.O, nimm mich mit williger Freude dort auf, undgewähre mir neben dir ein seliges Leben!" So riefsie, und leerte den Becher. Das Gift that plötzlichseine Wirkung, und cs überfiel sie ein schwerer Schlaf,unter welchem sie zu Boden sank. Als nun Perilausin's Zimmer trat, und Anlhien auf dem Boden ge-streckt sah, erschrak er gewaltig, und erhob ein lautesGeschrei. Das ganze Haus wurde mit Lärm undBctrübniß erfüllt. Man heulte, man bebte, manwar außer sich vor Erstaunen. Diese bedauerten dieTobte, und Jene beklagten den Perilaus. Alles ver-goß Thränen über diesen Zufall. Perilaus aber zerrißsein Gewand, und stürzte sich auf den Leichnam hin.„O mein geliebtes Mädchen, rief er, warum verlassestdu schon vor der Hochzeit deinen Verehrer? Ach, wieso kurze Zeit nur bist du die Braut Perilaus gewe-sen! In welch ein Brautbett führen wir dich nun?Wie? In das Grab? O wie glücklich war jenerAbrokomas? Wie glücklich, daß er von einer solchenGeliebten Gunstbezeigungen genossen!" So schluchzt'er, umschlang ihren Leichnam, schmeichelt' und strei-chelt' ihre Hand' und Füße. „Arme Braut! Unglück-