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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Place and Date of Creation
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dies nach seiner Vaterstadt sich zurück sehnte, so be-siegt' ihn der Glanz der Geschenke, und er versprachihr nicht nur das Gift, sondern ging auch sogleichfort, es zu holen. Sie aber zerfloß unterdessen inThränen, bejammert' ihre Zugend, beklagt' ihren früh-zeitigen Tod, und rief zum öftern den Abrokomas, alswar' er gegenwärtig, beim Namen. Kurze Zeit daraufkam Eudoxus wieder, und bracht' ihr das verlangteGift. Anthia nahm's hin, und ließ ihn unter vielenDanksagungen von sich. Er aber ging sogleich auf einSchiff, und segelte davon. Sie wartete nun aus be-queme Gelegenheit, ihr Gift einzunehmen.

Und schon kam die Nacht heran; das Brautbettwurde bereitet, und es traten diejenigen herbei, dieAnthien dahin begleiten sollten. Unwillig und weinendging sie, und hielt das Gift in ihrer Hand verborgen.Als sie sich dem Brautgemache naheten, stimmten dieVerwandten den Brautgesang an. Anthia hingegenweint' und wehklagte:Ach! ehemals wurd' ich zu

einem andern Bräutigam geführet; ehemals begleitetemich die Fackel der Liebe und der Brautgesang in einangenehmeres Bett. O Anthia! was thust du heut?Beleidigest du den Abrokomas? Deinen Gemahl?Deinen Geliebten? Ihn, der deinethalben umgekom-men ist? Ha! Noch bin ich nicht so weibisch und sofeigherzig im Unglück geworden. Es ist beschlossen;ich trinke das Gift. Abrokomas ist mein Gemahl, undsoll es auch im Tode noch bleiben." So sprach sie;und wurd' in's Brautgcmach geführet, wo sie alleinblieb, weil Perilaus noch mit seinen Freunden schmauste.

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