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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Entstehung
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sie getrost seyn, und versprach ihr mit einem Eide,Alles für sie zu thun. Da erzählte sie ihm die Liebezum Abrokomas, und die Schwüre, die sie ihm gethan,und den Bund mit ihm über ihre Keuschheit.Wenn'smöglich wäre, fügte sie hinzu, noch bei meinem Lebenden Abrokomas lebendig wieder zu umarmen, oder heim-lich zu entfliehen, so würd' ich mich hierüber mit dirberathschlagen. Da aber dieser bereits gestorben, damir die Flucht unmöglich ist, und ich keinen Rathweiß, der künftigen Hochzeit auszuweichen, so will ichdennoch den Bund mit dem Abrokomas nicht verletzen,noch meinen Eid leichtsinnig brechen. Daher bitt' ichdich um nichts, als ein wenig Gift, welches michUnglückliche von meinem Jammer erlöse. Die Götter,zu denen ich sterbend deinetwegen flehen will, werdendir diesen Dienst nach ihrem Reichthum vergelten. Ichaber will dich mit Gelds zu deiner Heimreise versor-gen. Du kannst, ehe es Jemand gewahr wird, dichauf ein Schiff begeben, und. nach Ephesus reisen.Dort suche meine Aeltern, Megamedes und Evippen,auf, und verkünd' ihnen mein Ende. Erzähl' ihnenmein Schicksal in der Fremde, und sage, daß Abro-komas umgekommen ist." So sprach sie, warf sich zuseinen Füßen, und fleht' instandigst, daß er ihr dasGift nicht versagen möchte. Darauf zog sie zwanzigMinen Gold hervor, und schenkte sie, nebst ihremHalsschmucke, dem Eudoxus; denn sie besaß Schätzegenug, weil sie über Alles Gewalt hatte, was Perilausbesaß. Anfangs besann sich Eudoxus; endlich aber,da ihm die Unglückliche zu Herzen ging, er auch über