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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Entstehung
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Alles war nun zur Hochzeit bereitet. Der Braut-abend kam herbei, und es ward ein köstliches Mahlzugerichtet, und Anthia mit dem prächtigsten Braut-schmucke bekleidet. Sie aber hatte weder Tag nochNacht aufgehöret zu weinen; denn immerdar schwebt'ihr Abrokomas vor Augen. In einem Meer von Ge-danken wälzte sie sich herum, erinnerte sich bald deralten Liebe, bald ihrer Schwüre, ihres Vaterlandes undihrer Aeltern, und bald stellte sich ihr wieder der ge-genwärtige Zwang und die neue Ehe vor Augen. Beider ersten Gelegenheit, da sie allein seyn konnte, zer-raufte sie ihr Haar, und rüste:O ich Verruchte, oich Treulose! Entspricht auch diese meine Aufführungwohl der Treue des Abrokomas? Er, nur ein treuerGemahl zu bleiben, erduldet Banden und Martern,und hat vielleicht den Geist schon aufgegeben; und ichElende, alles dessen uneingedenk, will mich von neuenvermählen? Ich lasse mir das Bcautlied singen, undschreit' in das Bett des Perilaus? Doch, o aller-theuerste Seele, betrübe dich nicht meinetwegen! Frei-willig soll dich Anthia nimmer beleidigen. Ich willdie Dcinige bleiben, mein Geliebter, und als dieDeinige dir in die Unterwelt folgen!" So sprach sie,als Eudoxus, der Ephestsche Arzt, zu ihr kam. Diesenführte sie in ein geheimes Gemach, fiel ihm dort zuFüßen, und bat und beschwur ihn bei Dianen, derGöttinn ihres Vaterlandes, dasjenige, so sie ihm jetztoffenbaren wollte, keinem Sterblichen wieder zu sagen,und Alles auszurichten, warum sie ihn ersuchen würde.Eudoxus hob sie empor, indem sie bitterlich weinte, hieß