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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Entstehung
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auf, und sprach:Sey getrost, Jüngling! Ich habedir Unrecht gethan, da ich den Worten meiner Toch-ter traute. Dafür aber mach' ich dich nun aus einemSclaven zum Freien und Vorgesetzten meines Hauses,und will dir die Tochter eines Bürgers zum Weibeverschaffen. Gedenke nicht mehr im Bösen des Ge-schehenen; denn es ist wider meinen Willen geschehen,daß ich ungerechter Weise dich quälen lassen." Abro-komas antwortete:Ich danke dir, Herr, daß du dieWahrheit erkennest, und meine Unschuld belohnest."Das ganze Haus freuete sich über den Abrokomas,und dankte für ihn dem Apsyrtus. Er selbst aberwurde dadurch nichts mehr über den Verlust seinerAnthia getröstet. Oft dacht' er bei sich selbst:WasHilst mir Freiheit, was Reichthum, was die Aufsichtüber die Güter des Apsyrtus? Es ist nicht recht,daß ich's mir hier so behagen lasse; ich muß sie leben-dig oder todt aussuchen."

So lang' er des Apsyrtus Güter verwaltete, warsein einziger Gedanke, wie er zu Anthien wieder ge-langen wollte. Leukon aber und Rhode wurden in-

dessen nach Lanthus, einer Stadt in Lycien, demMeere etwas entlegen, abgesühret, wo sie ein alterMann kaufte, welcher sie sehr gütig, und wie Kinderhielt, weil er selbst keine hatte. Hier mangelt' esihnen an nichts, außer an Trost über die Trennungvon ihren zwei andern Freunden. Unterdessen hatteAnthia schon einige Zeit beim Ziegenhirten gelebt,als Möris, der Manto Gemahl, welcher öfters hin-aus aufs Land kam, sich sterblich in sie verliebte.

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