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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Entstehung
Seite
466
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thien aber beschloß sie mit einem verächtlichen undbäurischen Ziegenhirten, ihrem Sclaven, ehelich zuverbinden; aus welche Weise sie sich noch an demAbrokomas zu rächen vermeinte. Sie ließ also denZiegenhirten kommen, welcher Lampon hieß, übergabihm Anthien, mit dem Befehl, selbige wie sein Weibzu gebrauchen, und wenn sie widerstrebte, Gewaltanzuwenden. Sie ward demnach, als Braut des Zie-genhirten, hinaus aufs Land gesühret. Als sie aberaus die Flur kam, wo Lampon die Ziegen weidetesiel sie ihm zu Füßen, und fleht' ihn an, daß ersich ihrer erbarmen, und ihrer schonen möchte. Sieerzählt' ihm daraus, wer sie wäre, von ihrer Her-kunft, ihrem Geschlechte, ihrem Gemahle, und dannvon ihrer Gefangenschaft. Als dieses Lampon ver-nahm, dauert' ihn das Mädchen. Er hieß sie alsoguten Muths seyn, und versprach ihr mit einem Eide,sie nimmermehr anzurühren.

So lebte sie nun bei dem Ziegenhirten auf derFlur, und weint' unablässig um ihren Abrokomas.Apsyrtus durchsucht' indessen einmal das Gemach, wel-ches Abrokomas vor seiner Geißelung bewohnt hatte,und ihm gerieth das Briefchen der Manto an denAbrokomas in die Hände, da er denn gleich die Hand-schrift seiner Tochter erkannte, und nunmehr wohl ein-sah, wie unschuldig ec den Abrokomas gezüchtigethätte. Daher hieß er ihn den Augenblick los lassen,und vor sich bringen. Abrokomas, welcher so schmerz-liches und mitleidenswürdiges Elend bisher erduldet,siel dem Apsyrtus zu Füßen. Dieser aber richtete ihn