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sterben." So sprach sie unter Küssen und Umarmun-gen, wog seine schweren Ketten mit der Hand, undsank zu seinen Füßen nieder. Endlich verließ sie dasGefängniß. Er aber, als er allein war, warf sichzu Boden, ächzte und weinte laut: „O du geliebter
Vater! O Thcmisto, meine Mutter! Wo ist nunjene Glückseligkeit, die mich zu Ephesus anlachte?Was ist nun das glanzende und sehenswürdige Paar,Abrokomas und die schöne Anthia? Nun wird dieseals eine Gefangene in ein fernes Land weggeschleppt,mir aber der letzte, der einzige Trost geraubet. IchUnglücklicher muß nun hier im Kerker umkommen."Als er so seufzete, überwältigte ihn der Schlummerund ein Traum schwebt' über seiner Stirne. Ihmdaucht', er sähe seinen Vater, Lykomedes, im schwarzenGewände Lander und Meere durchirren, und endlichin seinen Kerker gelangen, ihm seine Bande auf-lösen, und ihn daraus entlassen. Darauf kam's ihmvor, er würd' in ein Pferd verwandelt, und verfolgtedurch viele Länder eine Stute, und als er sie endlicherreicht, wurd' er wieder zum Menschen. Als er ausdiesem Traume sich erhob, faßt' er wieder ein wenigHoffnung.
Anthia, Leukon und Rhode wurden nach Syrienabgesührt; Abrokomas aber mußt' im Kerker schmach-ten. Manto war Rhoden eben so feind, als sie An-thien haßte. Als sie daher mit ihrem Gefolge nachAntiochien, des Möris Vaterstadt, kam, hieß sie Leu-kon und Rhoden sogleich auf ein Schiff bringen, undsie fern von den Syrischen Grenzen verkaufen. An-
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