ihren listigen Plan gegen Abrokomas aus. Mit zer-streuten Haaren und zerrissenem Gewände lief sieihrem Vater entgegen, siel ihm zu Füßen, und rief:„Erbarme dich, mein Vater, deiner Tochter, die einSclave beleidigt! Dieser züchtige Abrokomas hat sicherkühnt, meine Ehre anzutasten; ja, er hat dir sogarnachgestellt, und zwar aus Liebe zu mir, wie er vor-gibt. Laß ihm für solche Verwegenheit die verdienteStrafe widerfahren. Willst du aber deine Tochtereinem Sclaven Preis geben, so will ich mir lieber dasLeben rauben."
Apsyrtus, da er dieses hörte, und Alles für wahrhielt, untersuchte die That nicht weiter, sondern ließgleich den Abrokomas holen. „O verwegener, schänd-licher Bube, rief er ihm entgegen, du erkühntest dich,deine Gebieter zu beleidigen? Du Sclave wolltest die-ses Mädchen schänden? — Aber du sollst dich dessennicht freuen. Ich will dich züchtigen, und deine Gei-ßelung soll andern Sclaven zum Beispiel dienen."So sprach er, und wollte kein Wort weiter hören;sondern befahl den Sclaven, ihm die Kleider herabzu reisten, ließ Flamm' und Geißel herbei bringen,und den Jüngling ganz entsetzlich peitschen. Ein kläg-liches Schauspiel, als die Geißel diesen Leib, der keinerSclavenmarter gewohnt war, so verunstaltete, alsüberall das Blut herab strömte, und die Schönheitseiner Wangen stchtbarlich sich entfärbte! Darauf pei-nigte man ihn mit Feuer, und schleppte fürchterlicheKetten herbei, Alles zu dem Ende, daß er dem Bräu-tigam seiner Tochter zeigte, welch eine züchtige Braut