So standen nun die Sachen, als einige Tage dar-nach Apsyrtus der Handlung wegen nach Syrien ver-reisete. Da verliebte sich Manko, seine Tochter, inden Abrokomas. Sie war schön, und reif genug fürdas Brautbett. Aber Abrokomas Gestalt übertraf dieihrige dennoch sehr weit. Manko ward durch den täg-lichen Umgang mit ihm bezaubert. Schon konnte sieihre Liebe nicht mehr bezähmen, und wußte doch nicht,was sie anfangen sollte. Dem Abrokomas einen An-trag zu thun, wollte sie nicht wagen, weil er schoneine Geliebte hatte, und sie daher ihn zu gewinnenverzweifelte. Auch durfte sie sich den Ihrigen nichtanvertrauen, denn da mußte sie sich vor ihrem Vaterfürchten. Aber um desto mehr wuchsen die Flammenund Qualen der Liebe. Endlich, als sie nicht mehraushalten konnte, beschloß sie, Rhoden, der GefpielinnAnthiens, einem Mädchen von gleichem Alter mit ihr,ihre Liebe zu entdecken, von welcher sie sich allein Be-förderung ihrer Wünsche versprach. Bei Gelegenheitführte sie das Mädchen in die väterliche Haus-Kapelle,und hieß sie schwören, daß sie ihr nicht entgegen seynwollte. Dann offenbarte sie ihre Liebe zum Abrokomas,flehte sie an, ihr zu helfen, und gelobt' ihr große Dingefür diese Hülse. „Wisse, fügte sie hinzu, wisse, daßdu meine Sclavinn bist! Miss' auch, daß du meinenZorn entzünden kannst, und daß ich grausam genugseyn werde, wenn du mich beleidigest!" Hiermit schicktesie Rhoden fort, die vor Angst nicht wußte, was sieanfangen sollte. Sollte sie es dem Abrokomas sagen?Dazu liebte sie Anthien zu sehr; und dennoch zitterte
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