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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Entstehung
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dann nach eingenommener Mahlzeit mit Einbrüche derNacht weiter reisten. Sie hatten die beste Reise, undhielten mit einander lange Gespräche.Werden wirauch immer beisammen leben dürfen?" Abroko-mas seufzte tief herauf; denn er dacht' an dasjenige,so ihm bevor stand.Anthia, sagt' er, mein liebstes,mein theuerstes Mädchen, die Götter werden ja un-sere Trennung verhüten. Aber wie, wenn wir den-noch dazu bestimmt sind? Laß uns schwören, meineGeliebte, daß du unbefleckt bleiben und keinem andernManne dich ergeben willst, und daß ich eben so nim-mermehr ein anderes Weib berühren will." Als diesesAnthia vernahm, schluchte sie heftig.Und das kannstdu dir einbilden, Abrokomas, daß ich nach der Tren-nung von dir einen Andern lieben könnte? Ich, dieich keine Minute ohne dich leben kann? Ja, ichschwöre dir's bei der Göttinn unsers Vaterlands, dergroßen Diana der Ephesier, und bei dem Meere,das wir durchschiffen, und bei dem Gotte, der unsBeide so heftig verfolget, daß ich auch den Augenblick,in welchem ich von dir getrennt seyn muß, nicht leben,und die Sonne schauen möchte." So rief Anthia; soschwur Abrokomas; und die Zeit macht' ihre Schwüreimmer heiliger. Indessen lief das Schiff vor Kousund Knidus vorüber. Bald erschien die schöne großeInsel der Rhodier. Hier, sagten die Schiffer,müßten sie landen, theils, Wasser cinzunehmen, theils,zu rasten, denn sie würden nun eine lange Fahrthaben.

Das Schiff lief ein, und das Volk stieg an's Land.