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auch übermüthigstcn Jüngling. Ader, o ihr unsterb-lichen Götter! was soll aus dieser Liebe, was aus die-ser Marter endlich werden? Unbiegsam und stolz istmein Liebling, und ich bin ein armes eingeschränktesMädchen! Wer soll mir beistchen? Wem kann ich michund meine Leidenschaft anvertrauen? Und wie undwo darf ich mich dem Abrokomas entdecken?" —
Also klagt' Einer, wie der Andere, die ganze Nachtdurch; Jedem schwebte die Gestalt des Andern vor Au-gen, und Jeder faßte das Bild des Andern tief in'sHerz und Gedächtniß. Mit Anbruche des folgendenTages ging zwar Abrokomas wieder an seine gewöhn-lichen Uebungen, und das Mädchen an den Dienst derGöttinn; aber die Unruhe der verwichenen Nacht hatt'ihre Glieder ganz ermüdet, hatte das Feuer der Augengeschwächt, und das Roth ihrer Wangen gebleichet.Wenig half es ihnen, sich den Tag über im Tempel zusehen, da ihnen die Furcht wehrte, einander ihr gehei-mes Gefühl zu offenbaren. Nichts blieb dem Abroko-mas übrig, als nach dem Mädchen verstohlen hin zuseufzen und zu weinen, welches jedoch mitleidsvoll seineSeufzer vernahm. Denn Anthia litt nicht minder, alser; ja, es ging ihr gewisser Maßen noch schlimmer.Wenn sie wahrnahm, daß andere Mädchen und Weibernach ihm hingafften, und das thaten sie alle, so stiegihre Unruhe auf's höchste, weil sie ihm minder zu ge-fallen fürchtete. Beide thaten Gelübde für einander zurGöttinn; doch wußte Keiner, daß sie der Andere that.
Solche Qualen waren von so jungen fühlbaren Her-zen unmöglich lange zu ertragen. Mit Schrecken nahmen