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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Entstehung
Seite
439
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Ephesier, bei ihrem unvermutheten Anblicke im Haine,sie statt Dianens an. Als sie nun so vor ihrem Zugeeinher trat, erhob das erstaunte Volk ein allgemeinesFrcudengeschrei. Hier hieß es, sie wäre die Göttinn,und dort, sie war' eine ihrer Nymphen. Alles aberneigte sich voll Verehrung, und pries ihre Aeltern se-lig. In jedes Zuschauers Munde war nur die schöneAnthia; und der Name Anthia scholl überall, so langedas Chor der Mädchen vorüber zog. Als aber Abro-komas mit den Jünglingen herbei trat, vergaß, solieblich auch der Anblick der Mädchen gewesen war,dennoch Alles der Mädchen, was den Abrokomas sah.Jedermann wandte nach ihm sein Auge, und riefentzückt von seinem Anblicke:Ach, ein schöner Jüng-ling! Abrokomas! Nein, dem Knaben ist Keiner gleich!Der ist das Bild des schönsten Gottes!" Einige füg-ten noch hinzu.Welch ein Brautpaar! Abrokomasund Anthia! " Dies war der Anfang von AmorsVerfolgung, und mit schnellen Schritten rückt' er sei-nem Ziele bald näher.

Als der Zug beim Tempel angelangt war, verließer seine bisherige Ordnung. Männer und Weiber,Jünglinge und Mädchen drangen bunt durch einanderhinein zum Opfer. So bald hier Anthiens und Abro-komas Blicke einander begegneten, sing Beiden dasHerz an schneller zu schlagen. Abrokomas wollte weg-sehen; aber er konnte nicht, denn der Gott, der seinAuge regierte, fesselte es unauflöslich an das schöneMädchen. Anthien gkng's nicht anders. Durch ihregroßen offenen Augen stahl sich Abrokomas Schönheit