ther, im Reiten und in den Waffenkünsten. Daherwar er bei allen Ephesiern und ihren Nachbaren wohlgelitten, und Jedermann hegte von ihm die größteHoffnung, daß er einst ein vortrefflicher Bürger wer-,den würde. Sie begegneten dem Knaben nicht anders,als einem Gotte; ja Manche fielen sogar nieder,seine Vollkommenheiten anzubeten. Dies machte denKnaben so ausnehmend eitel, daß er bald selbst mitden Gaben seines Geistes, und noch viel mehr mitder Schönheit seines Körpers sich zu brüsten anfing.Alles, was sonst schön hieß, verachtet' er neben sich,und that nicht anders, als ob seines Auges und Oh-res nichts weiter würdig wäre. Wenn er von einemwohl gebildeten Jünglinge oder schönen Mädchen hörte,so verlacht' er den Erzähler, als Einen der nichtwüßte, wie Abrokomas allein nur reizend wäre. AufAmorn, den er für keinen Gott halten wollte, sah ermit Geringschätzung herab, und sagte: Niemand, dernicht selbst Schuld daran wäre, könnte verliebt, undeinem solchen Gotte unterthan werden. Lächerlichwar ihm jeder Tempel und jedes Bild Amors; denner dünkte sich viel größer, als Amor, an Gewalt undSchönheit. So viel war aber auch gewiß, neben Abro-komas sah man sich nach keinem Gemählde um, lobteman die schönste Bildsäule nicht. Hierüber mußtesich wohl Amor endlich entrüsten. Der stolze, zän-kische, unerbittliche Gott sann auf Fallstricke, undzog mit seinen schärfsten Pfeilen, in's heftigste Giftder Liebe getaucht, gegen seinen Verächter zu Felde.
Nun wurde gerade damals das Fest der Diana