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durch eigene Versuche belehren und überzeugen, wieweit Bürger Recht oder Unrecht hätte. In AnsehungHomers schien er Bürgers Meinung nicht abgeneigtzu seyn. „Unsere Sprache, sagt er, ist zu voll- zulang- zu starktönend, um einen dem Griechischen ähn-lichen Hexameter zu geben. Ueber dies ließe sich wohldie hohe reine Ursimplicität des Homer in dem Deut-schen Hexameter nicht beibehalten. Der Deutsche Hexa-meter verführt zu blendendem Farbenauftrag in Bildernund Prachtklang im Ausdrucke, wovon Homer nichtsweiß. Manche einfältige schmucklose Stelle, die imOriginale gefällt, würde, eben so einfältig und schmuck-los in Deutsche Hexameter gebracht, entsetzlich fatalund langweilig klingen. Hergegen fällt sie recht wohlaus, wenn die ausgercckten, wackelnden hexametrischenin kürzere, straffere jambische Glieder zusammen gezogenwerden." —
Außer einer Homerischen Uebersetzung aber, meintemein Mann, müßte man den Deutschen Hexameterkeineswcges verwerfen, wie er denn auch eine gänzlicheVerwerfung in Bürgers Abhandlung nicht fand.So könnte, zum Beispiele, der Deutsche Hexameter esganz gut mit dem Lateinischen ausnehmen, und wäreeine hexametrische Verdeutschung der Aeneis möglich,die sich allenfalls getrost neben ihr Original hinstcllenkönnte. Meinem Freunde siel's ein, den Versuch mitdem vierten Gesänge zu machen. Ich erstaunte, alsich seine Probe sah, und stürmte auf ihn los, daß erdie ganze Aeneis so geben möchte. Hierzu war er nunzwar nicht zu bewegen; allein er faßte dafür einem