welcher sich überreden kann, ihn in dieser Uebersetzungwieder zu hören. Ich kann wohl irren, aber ich redemit Homer,
— wie mir das Herz im Busen gebietet.
Wer meine Uebersetzung nur mit den beiden erstenvergleicht, wird mehr, als Eine Stelle bei dem Einenoder dem Anderen schöner finden, als bei mir. Ichfinde dieses eben so gut selber. Aber alsdann vergleicheauch, wer es kann, das Original mit uns allen Dreien.Bielleicht bin ich der Getreueste. Denn unverwandtund bis zum Schmerze habe ich die Augen auf denPunct gerichtet: dem Homer an Geist und Leib auchdas Kleinste nicht zu geben, oder zu nehmen. Alles,was, die Unmöglicheit ausgenommen, darüber, oderdarunter ist, rechne man mir zum Fehler an. DasVerschönern ist oft eine so große Kunst nicht, als un-vermögende prosaische Schwächlinge sich einbilden möch-ten. Man müßte verzweifelt wenig können, wenn manden Homer nicht auch hier und da zu verschönern imStande seyn wollte. Denn so sehr er auch«ot<s6g, ist, so ist er doch auch
manches Mal nicht mehr, ja wohl gar weniger, alsUnsereiner.
Gern gebe ich zu, daß man sich an dem Homernoch auf mancherlei Weise mit Ehre versuchen könne.Sechzig mag seyn der Königinnen, achtzig der Kebswei-ber, und der Jungfrauen keine Zahl! Aber dennochmuß Eine seyn die Taube, Eine die Fromme, Eine,welche ist ihrer Mutter die Liebste, und die Auserwählteist ihrer Mutter. Schöner vortrefflicher Deutscher Jlia-