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Sprache, schier vor allen ihren Nachbarinnen, dieärmste an Reimen. Jeder reimende Dichter wird's er-fahren haben. Und doch haben wir sowohl kleinere,als größere Gedichte, die vortrefflich gereimt sind. Beidem Men sind Sie und kein Deutscher, nicht für eineMillion, im Stande, Homers Ilias in gereimten Ver-sen zu verdeutschen. Das müßte freilich nicht gut seyn,wenn in der großen vollen Schatzkammer unserer Sprachenicht so viel bequemer Stoff sich finden sollte, um einoder anderes Griechisches, willkürliches Versgebäudcaufzuführen. Aber das Homerische Jliadische! Nunund nimmermehr führen Sie's damit auf. Bei einemwillkürlichen Gedichte ist auch der Gang des Geisteswillkürlich. Wo die Sprache rauh und uneben ist, dageht man nicht hin. Aber wie, wenn nun dem Dich-ter das ganze Thema, bis auf die kleinste Ausdehnungseines Inhalts, wie dem Uebersetzcr der Ilias, vorge-zeichnct ist? Muß sich da die Sprache nicht überallnach der vorgeschricbenen Marschroute bequemen? Wiewenn nun, zum Beispiele, der Grieche eine vortrefflicheSchildere! in den herrlichsten Hexametern dargestcllthätte, den armen Deutschen aber verließe völlig seineganz anders articulirte Sprache, diese Schilderei, nachSinn, Ausdruck und Wohlklang, in Deutschen Hexa-metern zu verhomerisiren? Müßt' er da nicht entwederganz vom Originale abwcichen, oder für die schönstenGriechischen abscheuliche zermarternde Deutsche Hexametergeben? —
B. All ihr Oaiitra, Freilnd, geb' ich zu. Es seydem Deutschen oft unmöglich, den Wohlklang des