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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Entstehung
Seite
154
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Ich will dm Herrn aber schon wieder fassen. Grie-chische Oktave Ni me würden freilich sehr närrischeDinger seyn; aber Deutsche Hexameter, Freund, lassensich gut und gern verfertigen.

A. Gut und gern!

B. O ja! Gut und gern! Und keine andereVersart, als diese, konnte den tausendfachen HomerischenWohlklang, einiger Maßen wenigstens, wiedergeben.Wie gar unendlich viel geht nicht in dem eintönigenDeutschen Jambus verloren!

A. Gut und gern soll's also unsere Sprache, derenLact sich meist mit ganzen und halben, und nursehr wenigen Viertel-Schlägen begnügt, der Grie-chischen, in ihrem viel theilbarern Tacte, mit allenseinen halben, Viertel-Achtel- und Sechzehn-tel-Schlägen, nachthun, und die Mensur einesjeden Hexameters solcher Gestalt ausfüllen, daß esweder zu viel, noch zu wenig ist? In dieser Mensurläßt die Griechische Sprache nicht die kleinste Lücke,die sie nicht, ohne nur um ein Härchen überzufüllen,auf das genaueste ausfüllen könnte. Dies Geschick hatsie ihrem so sehr in's Kleine und Feine getheiltenTacte zu verdanken. Unsere Sprache hergcgen wirdmeist dem Raume des Hexameters bald zu wenig, baldzu viel, und eine überragende Füllung geben.

B. Klügeleien! Pure Klügeleien! Damit wollenSie doch wohl nicht gar unserer Sprache die Schick-lichkeit zum Hexameter überhaupt abklügeln?

A. Das nun eben nicht. Aber doch wahrhaftig dieSchicklichkeit zum Griechischen, Homerischen Hexameter.