122
Sich drängten, gleich den Löwen, wann sie RaubZerfleischen, oder wilden Ebern gleich, 980
Die minder nicht an Trotz und Starke sind,
Da stand und ries die Göttinn Schwanenarm,
Dem cdeln Stentor ähnlich an Gestalt,
Deß chrne Stimme fünfzig überscholl:
O Schande über Schand', ihr Griechen, euch! 985Durch nichts, als Schönheit, rühmlich! Als AchillNoch zwischen cuern Reihen focht, da warKein Troer noch so kühn, nur vor das ThorHeraus zu treten. Jeder scheute sich,
Der Lanze des Gewaltigen zu stehn. 990
Nun aber! Nun bekämpfen sie schon fernVon ihrer Stadt dicht bei den Schiffen euch.
So ries sie, und empörte Muth und KraftIn Jeglichem. Die himmeläugigeMinerva aber flog zu Tydcus Sohn. 995
Sie traf bei seinen Reisigen ihn an.
Wie er die Wunde kühlte vom GeschoßDes Pandarus. Ihn peinigte der Schweiß,
Der unter'm breiten Schildgehänge troff;
Und laß war ihm der Arm. Er hob jedoch 1000Den breiten Riemen auf, und trockneteDas dunkle Blut sich ab. Die Göttinn rief,
Das Joch der Rosse fassend, so ihn an:
Ha! wie so wenig gleichet Tydeus SohnDem Vater! Klein am Wuchs war Tydeus zwar, 1005Jedoch ein Held. Selbst da, als er alleinGesandt gen Theben mitten unter dieKadmeer war, und ich, vor Hadersucht