Empörte sie zu neuem Streit, und riefDen Aeusgepflegten Söhnen Priams zu: 570
Auf, Aeusgepflcgte Königssöhne, auf!
Wie lange sollen die Achäer noch
Eur Volk erwürgen? Soll sich das Gefecht
Heran bis vor die ehrnen Thore ziehn?
Schon liegt ein Held, dem großen Hektor gleich 575Von uns geschätzt, es liegt Anchifens Sohn.
Auf! Auf! Errettet euern tapsern Freund.
So rief er, und empörte Muth und KraftIn Jeglichem. Sarpedon aber fuhrDen erzbewehrten Hektor scheltend an: 580
Wo, Hektor, wo ist deine alte Kraft?
Einst wolltest du ja, ohne fremde Macht,
Mit Brüdern und Verwandten ganz alleinDie Stadt vertheidigen. Doch nehm' ich jetztNicht Einen wahr. Sie bebern insgesammt 585Gleich Hunden um den Löwen her. Nur wir,
Wir Bundsgenossen stehn und streiten noch.
Eur Helfer kam ich fern aus Lycien
Von Tanthus Wirbelstrom, verließ daheim
Ein liebes Weib und einen zarten Sohn, 590
Und Hab' und Gut, groß, wie man's wünschen mag.
Doch treib' ich meine Lpcier zum Streit,
Selbst wohlgemuth zum Kampf mit diesem Mann,
Ob der Achäer gleich mir nichts dahier
Entceissen mag. Du aber ruhst, und mahnst 595
Auch Andre nicht, für Weib und Kind zu stehn?
O, daß ihr nicht, als wie vom JägernetzUmstrickt, zu bald ein Fang des Feindes seyd,