98
Mit andern Waffen wir entgegen gehn.
Wohlan! Besteig' eins meinen Wagen hier,
Zu sehn, wie links und rechts durch das Gesild',
So nachzusprengen, als zu flüchten rasch,
Geübt ein Roßgespann aus Troa sey. 275
Dies bringt uns wohl geborgen nach der Stadt,
Wenn dem Tydiden Zeus den Sieg verleiht.
Wohlan! Nimm hin die stolzen Zügel, nimmDie Peitsch', und fahr'! Aufdaß ich fechten mag.Wählst du den Kampf, so lenk' ich das Gespann! 280
Hierauf Lpkaons hochberühmtcr Sohn:
Selbst führe du, Aeneas, dein Gespann!
Denn unter des gewohnten Führers HandWird's leichter den gebognen Wagen ziehn,
Wenn Tydeus Sohn zurück zu fliehn uns zwingt. 285Doch ohne deinen Zuruf möcht' es, scheuUnd irre, der Gefahr uns nicht entstehn,
Und, hui! ereilt' uns Diomedes dann,
Erschlüg' uns, und die Rosse waren sein.
Nein! Lieber lenk' du selber dein Geschirr; 290
Ihn soll schon mein gewetzter Speer empfahn.
So sprachen sie, und schwungen jählings sichZum Wagen auf, und peitschten in's GefechtAuf Tydeus Sohn die schnellen Rosse los.
Zuerst ersah fle Sthenelus, und rief, 295
Beflügelnd jedes Wort, dem Freunde zu:
Schau, Diomed, schau auf, mein Herzensfreund!Zwei Helden dort, von unermeßner Kraft,
Voll Muths, mit dir zu kämpfen, sprengen an.