mit den Pinseleien! Freilich ist's im Griechischen an-ders! Das kann Einer, der nur Augen hat und Wortezahlen kann, sehen, daß cs im Griechischen anders ist.Aber ist es auch so erstaunend besser, als das Deutsche?Hat das Original verloren? Fühlet die Seele einerleiEindrücke bei Original und Uebersetzung, oder sind sieverschieden? Und ist der Eindruck des Originals besser,erhabener, edler und lebhafter? — Also untersucheman! — Aber — dazu gehört mehr Kenntniß desGriechischen, und mehr poetische Beurtheilungskraft,als ein solcher pinselnder Tadler zu haben pfleget.
Aus dem, was ich bisher gesagt habe, sollte manbillig schließen, daß ich einen Deutschen guten Homerfür kein ganz unmögliches Ding halte. Ach! Deutsch-lands Zustand zwingt mich, ganz anders zu denken.Denn der Mann, der ein solches Werk unternähme,wie viel Zeit müßte er wohl darauf verwenden? — DiaTagelöhner in den Uebersetzungs-Fabriken werden herz-lich über mich lachen: — wenigstens so viele Jahre,als die Ilias Bücher enthält! Diese ganze Zeit darfer gar keinem andern, als blos diesem Geschäfte weihen.Er muß im Homer leben und weben> und beständigvoll davon scyn. Aber wie kann dies ein Gelehrter,der ein Amt, und folglich andere Geschäfte hat? Ge-lehrte ohne gewisse Amtsverrichtung gibt's bei unswem'ge, und auch diese trachten eifrig nach einer Ver--sorgung. Wo ist der Gelehrte, der alle Vortheile aus-schlagen, und ein Märtyrer des Homer werden wolltetIch fände hierzu bei mir keinen innerlichen Beruf,wenn ich auch mit Engelgaben zu diesem Werke aus-