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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Entstehung
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Stellen, beizusügcn gewohnt ist. Außer dem aber be-denke man, daß die Treue auch in Prosa oft sich nurbis aus einen gewissen Grad treiben lasse, der demOriginale noch nicht gleich kommt. Es ist unmöglich,daß irgend zwei Sprachen in der Welt einerlei Zuschnittin Bekleidung der Gedanken brauchen könnten; es istunmöglich, daß diese verschiedenen Bekleidungen gleichpassend und schön seyn sollten. Denn wie können sieihre Vollkommenheiten und Reize alle an eben demsel-ben Orte haben? Zwei Sprachen sind zwei Schön-heiten, die verschiedene natürliche Reize und Vollkom-menheiten besitzen. Die eine hat lebhafte feurige Augen;die andre minder, aber dafür einen lieblichen Mund.Diese hat eine reizende Hand, die Laute zu schlagengeübt; jene dagegen einen wohl gebildeten Fuß, der zumEntzücken tanzt. An beiden muß man Reiz gegenReiz, Vollkommenheit gegen Vollkommenheit, obwohlan unterschiedlichen Arten, aufgehen lassen. So auchmit den Sprachen! Wenn der Uebersetzer keinen Zug,keinen Gedanken seines Originals hat schwinden lassen,wenn er jedem eine echt Deutsche, anständige Hüllegegeben, so daß er eben den Eindruck auf den Deut-schen Leser, wie der Griechische auf den echten Grie-chen macht, so hat er seine Pflichten erfüllet; wenn erschon eine adjektivische Redensart umschrieben, oder das,was im Griechischen in Rücksicht auf unsere SpracheUmschreibung war, kürzer, dem Genie der letzten ge-mäß, gegeben hätte. Ich kann mir leicht vorstellen,daß der seichte Tadler auch hier ausrusen wird: Ja,

im Griechischen ist es doch ganz anders! Weg