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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
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kein Mensch nun noch auf den Einfall gerathen, dieDeutsche Verfisication gegen die Griechische zu halten.Stellet euch zwei Tänzer vor: der eine tanzt ein hüpfen-des Ballett; und eine majestätische Menuett streicht derandere. Wer wird diese mit einander vergleichen? Werwird über sie richten, welcher der beste Tänzer sei? Jederist in seiner Art, die ihm geläufig und natürlich ist,gut. Nun aber laßt den Menuett-Tänzer des AnderenBallet nachtanzcn, und es nur unmerklich schlechter machen;den Augenblick ist Vergleichung und Ausspruch da.Also verhält sich's mit der Deutschen und GriechischenVerskunst. Ueber dies, da ich den Homer in der Ueber-setzung gleichsam zum alten Deutschen gemacht wissenmöchte, so muß er auch in einer Versart singen, dieihm, als einem solchen, natürlich ist. Nunmehr brauchtsich der Uebersetzer nicht mehr zu krümmen und zu win-den, um eine unmögliche Harmonie zu erreichen, son-dern er läßt seine Jamben den mächtigen hallendenGang fortsetzen, der unserer Sprache eigen ist. Hinund wieder eine Rauhigkeit wird nunmehr eher zweck-mäßig, als anstößig seyn. Denn den Ton des Alter-thums stellen wir uns nicht anders, als rauh' vor.

Aber werden Jamben nicht eine allzu große Mono-tonie gegen den homerischen Hexameter haben? Viel-leicht einem Alt-Griechischen Ohre, aber gewiß nichtdem Deutschen, das nichts anders gewohnt ist. Fürdas Nordische Ohr läßt sich der Jambus abwechselndgenug machen. Der unsterbliche Milton bei den Eng-ländern, und Zachariäs Cortes bei uns geben denBeweis. Denn es ist bekannt, daß man nicht so jam-