Kinder und Narren zu, sie sind nie polymetrisch; oderwenn ihr darüber lacht, so geht unter die Bauern. Gebtauf die ältesten Kirchenlieder Acht; ihre Falltöne sind
kürzer, und ihr Rhythmus ist einförmig.-Sehet!
so wenig sind der Hexameter und die polymetrischen Syl-benmaße unserer Sprache natürlich. Bei den Griechenfederte ihn, den Hexameter, die singende Declamation,das an den Gesang gewöhnte Ohr, und die vieltrittigeSprache; bei uns verbieten ihn Sprache und Ohr undDeclamation. — Nichts kann wahrer seyn, als wasHerr Herder hier sagt; und wenn es gleich nicht soviel beweiset, daß man gar keine Deutschen Hexametermachen müsse, so beweiset es doch zuverlässig, daß Homernicht in Hexameter übersetzt werden solle. Will Einermuthwillig und mit Vorsatz für die Vergessenheit Zeitund Mühe verschwenden, so versuche er's mit Hexame-tern! Denn, wahrlich! der möglichst beste Deutsche Hexa-meter reicht kaum an den rauhesten Griechischen. Undwas wird der Leser zuerst thun mit der Deutschen Ueber-setzung? Sie gegen das Original halten! Wenn er danun die große Verschiedenheit in Harmonie und Wohl-klang findet, wie wird ihm vor dem Deutschen zu ekelnanfangen? Diese Begierde, den Versgang zu verglei-chen und gegen einander zu halten, muß man also demLeser benehmen. Wie soll das geschehen? Durch eineandere Versart. Durch was für eine? Durch eineVersart, die eben so genau in der Deutschen Spracheliegt, und unserem Ohre eben so natürlich ist, als derHexameter den Griechen war. Und das sind die Jamben,wie Herr Herder richtig bemerkt. Ich glaube, es wird