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Wahrlich, keine leichte Frage! — „Ich würde nichtgern, sagt Herr Herder, Poesie und Hexameter beidieser Uebersetzung vermissen; aber Hexameter und Poesieim Griechischen Geschmacke; sollte es auch nur Gelegen-heit geben, uns immer aufmerksam zu machen, wie weitunsere Sprache und Poesie hinten bliebe *)." Ich würdegern der Meinung eines solchen Mannes beitreten, wenner mir nicht schon vorher, in eben demselben Buche,Waffen in die Hände gegeben hatte, ihn zu bestreiten.Laßt uns sein Buch, Seite 66, aufschlagen, und bisSeite 69 lesen. Was lehret er uns hier? Auf dieFrage: was sollen wir aus der alten poetischen Zeitder Griechen durch Uebersetzungen für unsere Spracherauben? antwortet er: Nur nicht die Sylbenmaße!Er erklärt sich hierauf vortrefflich; die Stelle ist aberzu lang, um hier abgeschrieben, und zu gedrungen, umzusammen gezogen zu werden. Der Hexameter, lehrter, lag genau in der Sprache der Griechen; er warihrem Ohre und ihrer Kehle am gemaßesten, weil ihreMelodie im Gesänge und in der Declamation des ge-meinen Lebens eine höhere Tonleiter aus und niederstieg. — Wir, die wir mit weniger Accenten monotoni-scher reden, sind an die Mensur eines Hexameters nichtgewöhnt. — Gebet einem gesunden Verstände ohneSchulweisheit Jamben, Dactylen und Trochäen zu lesen,er wird sogleich, wenn sie gut sind, scandiren; gebet ihmeinen gemischten Hexameter, — er wird nicht damitfortkommen. Höret den Cadencen beim Gesänge der
S. Fragmente über die neuere Deutsche Literatur. S. S68.