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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Entstehung
Seite
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unter, studiere der Uebersetzer des Homer eben so flei-ßig, als sein Griechisches Original. Neuere Schrift-steller und Dichter, außer Klopstock, Ramler undNhingulph dem Barden, wollte ich ihm wahrendseiner Arbeit zu lesen nicht rächen.

Soll der Deutsche Uebersetzer Flecken, die sich andieser vortrefflichen Antike finden, wegschaffen, oderübertünchen, oder sonst in den Schatten zurück weichenlassen? Was die Franzosen über diesen Punct gc-klügelt, und ob sie in Rücksicht auf ihre Sitten undihre Sprache Recht haben, will ich nicht untersuchen.Ich mag meinen Leib und Geist so arg nicht kasteien,die vielen Ls8ru8 und Oi8oour8 jetzt noch einmaldurchzulesen. Haben sie Recht, so bedauere ich ihreschlechten und kränklichen Magen, welche gesunde nahr-hafte Speisen nicht vertragen können. Der gesundeDeutsche verachtet ihre Brühen. Daher soll der Deut-sche Uebersetzer sein Original getreu in unsere Spracheübertragen, und jeden wirklichen und scheinbaren Flecken,jede Härte und Rauhigkeit an eben dem Orte und miteben so viel Licht erscheinen lassen, als sie beim Origi-nale in die Augen fallen. Denn es ist uns nicht über-haupt um eine Ilias zu thun, sondern um Homer'sIlias. Wir wollen dieses Wunder, welches man Jahr-tausende hindurch verehret hat, in seiner unverändertenGestalt kennen lernen. Pope hat seinen Landsleutennur eine Ilias geliefert; Homer's Ilias ist es nicht.Ich kann nicht läugnen, daß es ein vortreffliches Werksey; aber ein so enthusiastischer Bewunderer, als dergrößte Hausen ist, bin ich nicht. Wenn einem Ueber-