Druckschrift 
2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Entstehung
Seite
3
Einzelbild herunterladen
 

führe, aus welchem er sein Werk ansah und bearbeitete,so mag dieses doch gewiß nirgends so sehr, als in Sa-chen Homer's und des Deutschen Uebersetzers Statthaben.

Ich schicke dieser Probe einer Homerischen Ueber-setzung *), die ich nicht ohne Bangigkeit dem Publi-cum vorlege, einige Betrachtungen voraus, welchetheils mein Verfahren rechtfertigen, theils überhauptdiese und jene Eigenschaft einer solchen Uebersetzung an-zeigen sollen. So viel ich vermag, will ich mich be-mühen, gleichsam das Ideal davon, welches mir in derSeele schwebt, abzuzeichnen. Stimmt dieses nun nichtmit dem wahren und allgemeinen Ideale der Vollkom-menheit, so wie es erleuchtetem Köpfen, als der mei-nige, sich offenbaret, überein, so bitte ich mir diejenigeNachsicht aus, die ein Unmündiger, der ich, so wie anJahren, also auch an Geschmack und Kcnntniß bin,billig fordern kann. Wenn ich auch selbst nichts Er-hebliches sollte gefunden haben, so gebe ich doch viel-leicht Gelegenheit, daß ein Anderer von höheren Ta-lenten etwas aus der Spur findet, aus welcher ichausgegangen bin. Wenn ich gleich derjenige selbst nichtbin, auf welchen unser Volk hoffet, (denn ich müßteden unverschämtesten Knabenstolz besitzen, wenn ich mireinbildete, daß ich's wäre), so kann ich doch vielleich

*) Es waren die ersten 42s Verse der ersten, und dieersten 6S Verse der sechsten Rhapsodie, welche später im Zu-sammenhänge und durchaus umgearbeitet in dieser Sammlungfolgen.