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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Entstehung
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werden, als wenn der Genius unserer Literatur einemMann von Genie und Kenntniß erweckte, welcher zwi-schen die Zankenden mit einer Uebersetzung träte, überwelche man schreiben könnte: Der Nachwelt und>der Ewigkeit heilig.

Wenn ich aber die Harte und Unbiegsamkeit kri-tischer Naturen betrachte, so besorge ich, daß der Ketzer^der ein solches Werk anfangs für unmöglich hielt, her-nach dem armen Uebersetzer das Leben noch herzlichsauer machen würde. Sein Tadel würde ihn im Gro-ßen, so wie im Kleinen, und vielleicht bei solchen Stel-len vorzüglich verfolgen, auf welche Stellen sich der:Uebersetzer das Meiste zu gute gethan hatte. Auf dieArt würde er eine ganze Menge Andächtiger nach seinemUrtheile stimmen, welche, ohne zu untersuchen, treu-herzig nachglauben, und ihren eigenen gesunden Sin-nen alles Mögliche weiß machen lassen. Was soll er:also thun, um sich Ruhe zu verschaffen? Wie soll er:dem Undanke ausweichen, womit sein Vaterland ein.Geschenk von so hohem Werthe, als ein guter DeutschemHomer wäre, vergelten könnte? Mir fällt dieses ein..Der Uebersetzer des Homer muß unstreitig länger überdie Erreichung seines Endzwecks nachgedacht und nach-geforscht haben, und das Auge seines Geistes mussdurch Uebung wackerer geworden und tiefer gedrungenseyn, als das Auge eines Richters, der heute die Ueber-setzung in die Hand nimmt, und morgen — vielleichtauch heute noch — Leben oder Tod darüber aussprichnSo wie es nun zwar überhaupt nützlich ist, daß derSchriftsteller seinen Kunstrichter auf den Standort.